Spreitenbach – das Bauerndorf von einst gilt heute als das Fleckchen Schweizer Erde mit der abstrusesten Ortsplanungsgeschichte. Im Taumel der wilden sechziger Jahre wollte das aargauische Dorf kurzerhand kein Dorf mehr sein, sondern «Modellstadt». Leute, die nie zuvor mit einem derartig gigantischen und beispiellosen Projekt zu tun hatten, wurden mit der Planung beauftragt: Den Wunsch nach Licht und Luft für alle glaubte man mit Hochhaussiedlungen befriedigen zu können. Nach amerikanischem Vorbild wurde ein riesiges Shopping-Center – das erste der Schweiz – eröffnet. In dieselbe Zeit fällt auch der Bau des grossflächigen Verschiebebahnhofs der SBB. Aufbruchstimmung in einem Dorf, das eine Stadt werden will.
Regie
Produzent
Kamera
Soundmix
Musik
CHRISTOPH LINDER ↗
Mit einem bissigen, zuweilen ironischen, aber nie überheblichen Unterton beleuchten sie den Wandel Spreitenbachs. Die 52-minütige Produktion verbindet originales Archivmaterial mit einer Kameraführung, die nicht nur auf graue Betonwände blickt, sondern die versteckte Faszination der Hochhäuser einfängt. Selten wurde ein so graues Thema derart farbig, fundiert und «phantastisch» behandelt.